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Unser Projekt "Roter See" bei Glowe, Insel Rügen

       

Gebietscharakteristik:  

Das Naturschutzgebiet „Roter See bei Glowe“ liegt am südöstlichen Ende der Schaabe, dem jüngsten und niedrigsten Teil. Die höchsten Erhebungen des Gebietes liegen nur wenige Dezimeter über dem Meeresspiegel. Geologisch ist es ein Komplex aus flachen Strandwällen und dazwischen liegenden Senken, in denen sich ein Küstenüberflutungsmoor entwickelt hat und deren tiefste Flutmulden und Priele zum Teil ganzjährig Wasser führen. Die größte und tiefste Riege war der „Rote See“, der heute fast vollständig verlandet und zu Moor geworden ist. Jahrhundertelang war das Gebiet baumfrei und wurde als extensives Weideland genutzt. 1863 wurde zum Bodden hin ein Sommerdeich, in den 70er Jahren ein höherer Winterdeich errichtet. Alle Überflutungen waren somit ausgeschlossen und die Wasserstände durch ein Schöpfwerk geregelt. Um 1900 wurden die Strandwälle mit Bäumen bepflanzt. Forstwirtschaftlich warfen diese Aufforstungen außer im höher gelegenen Nordosten des Gebiets nie Ertrag ab. Die landwirtschaftliche Nutzung des Grünlandes wurde im eigentlichen Roten-See-Moor nach dem 2. Weltkrieg und in den östlichen Teilen nach 1990 aufgegeben. Seit der Nutzungsaufgabe nimmt die Kulturlandschaft zunehmend den Charakter einer Wildnis an.

 

Lage und Schutzstatus:

Das Naturschutzgebiet befindet sich in Mecklenburg-Vorpommern

auf der Insel Rügen, am Oststrand der Schaabe, südwestlich der

Ortschaft Glowe. Das Naturschutzgebiet wurde am 05.11.1990

ausgewiesen, eine Erweiterung erfolgte im Jahr 1994. Das Gebiet

ist Teil des FFH-Gebietes "Nordrügensche Boddenlandschaft" und

gehört damit zum europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000.

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NABU Flächenbesitz und Naturschutzziele

Im Stiftungseigentum liegen derzeit 102,1 Hektar des Naturschutzgebietes, die die NABU-Stiftung am 19.12.2009 von der bundeseigenen Treuhandgesellschaft BVVG erwarb. 87 Hektar Moor- und Waldfläche erhielt die NABU-Stiftung unentgeltlich, für weitere 15 Hektar Landwirtschaftsfläche zahlte sie den ortsüblichen Verkehrswert. Mit 68,1 Hektar hat die NABU-Stiftung den größten Teil ihrer Waldflächen komplett aus der Nutzung genommen, so dass sich hier im Laufe der Zeit standortgemäße, naturnahe Wälder mit hohem Totholzanteil entwickeln können. Für 3,4 Hektar Wald sind noch forstwirtschaftliche Maßnahmen zur Beschleunigung des Waldwandels vorgesehen. Neben dem Wald entließ die NABU-Stiftung 15,5 Hektar ihres Offenlandes, insbesondere Moorflächen, aus der Nutzung, so dass auch hier die Naturprozesse ungestört ablaufen können. Die Landwirtschaftsflächen sind an einen Schäfer verpachtet. Zukünftig will die NABU-Stiftung im Naturschutzgebiet noch weitere Flächen in ihre Obhut nehmen, und als Teil des nationalen Naturerbes auch für kommende Generationen bewahren.