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Rund ums Moor


 

Moore sind ganz besondere Lebensräume. Sie sind ökologische Übergangszonen zwischen festem Land und Wasser. Überall auf der Welt, wo ausreichend Wasser vorhanden ist und das Klima eine torfbildende Vegetation zulässt, können Moore entstehen. Nach der letzten Eiszeit vor 11.000 Jahren, als sich das Klima allmählich wieder erwärmte, begann in Teilen des heutigen Deutschlands die Moorbildung. Der Grundwasserspiegel stieg, zahlreiche Täler, Senken und Niederungen wurden überflutet und die Vegetation veränderte sich. Es wuchsen immer mehr feuchtigkeitsliebende Pflanzen und dort, wo die Pflanzen auch nach ihrem Absterben nicht abgebaut werden konnten, bildeten sich Moore. Man kann zwischen den 3 Arten Hoch-, Nieder- und Zwischenmoor unterscheiden:


Hochmoore sind Regenwassermoore und entstehen in Gebieten, in denen die Niederschlagsmenge

größer ist als der Wasserverlust durch Verdunstung und Abflüsse. Sie sind durch einen sehr sauren,

mineral- und sauerstoffarmen Wasserhaushalt gekennzeichnet.

Niedermoore entstehen, wenn sich nährstoffreiches Wasser in Senken sammelt. Sie werden von

Regen- und Grundwasser gespeist. Oft entstanden sie aus verlandeten Seen und Teichen und sind

durch den Nährstoffreichtum von großer Artenvielfalt geprägt.

Zwischenmoore stellen eine Übergangsphase zwischen Nieder- und Hochmoor dar.

 

Jahrhundertelang fürchtete der Mensch das Moor als einen Ort böser Geister, geheimnisvoll, verwunschen und bedrohlich. Später lernte er es zu beherrschen und die Moore sicherten die Existenz vieler Menschen. Die Flächen wurden entwässert, um Landwirtschaft zu betreiben, den Torf nutzte man als Brennstoff, verschiedene Heilkräuter als Medizin, Gräser als Viehfutter und andere Rohstoffe, wie z.Bsp. die Flugsamen der Wollgräser als Kissenpolster. Wegen der geringen Nährstoffmengen in den Böden insbesondere der ehemaligen Hochmoore eigneten sich diese Flächen jedoch nur wenige Jahre zur land- und weidewirtschaftlichen Nutzung. Nur durch intensive Bearbeitung und Düngung der Böden konnten damals und auch heute längerfristig hinreichend Erträge gesichert werden. Das Sinnbild für die anhaltende Moorzerstörung ist die Verwendung von Torf als Hauptbestandteil in Blumenerden. Insgesamt werden in Deutschland rund 10 Mio. m3 Torfprodukte produziert, von denen über 60% im Erwerbsgartenbau und rund ein Drittel bei privaten Gartenbesitzern Verwendung findet. Dies verursacht allein in Deutschland jährlich Emissionen von rund 1,7 Mio. t CO2.

 

Moore gelten in der Regel als Grenzertragsstandorte. Ohne Subventionen der öffentlichen Hand wäre eine Bewirtschaftung dieser Flächen auch heute nicht profitabel. So werden von der Bundesregierung einerseits kostenintensive Instrumente zum Klimaschutz geschaffen, um dann andererseits klimapolitisch höchst problematische Landnutzungen zu fördern oder zumindest nicht ordnungsrechtlich zu verhindern. Deutschland hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, 21 % CO2-Ausstoß bis 2012 gegenüber 1990 einzusparen, unterstützt aber gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung von Moorflächen und damit einen enormen CO2- Ausstoß in die Atmosphäre.